Skip to content
Cover of „Es gibt nur eines für das Judentum

„Es gibt nur eines für das Judentum

Vernichtung“: Das Judenbild in deutschen Soldatenbriefen 1939–1944

by Walter Manoschek

CorrespondencePublic opinionAttitudesJewsWorld War, 1939-1945SoldiersAntisemitism

„Und Juden — noch selten sah ich so verwahrloste Gestalten herumgehen, in Fetzen gehüllt, schmutzig, schmierig. Wie eine Pest kamen uns diese vor. Das gemeine Geschau, hinterlistige Fragen und Getue haben uns oftmals nach der Pistole greifen lassen“ – so beschrieb der Wiener Obergefreite Josef E. in seinem Silvesterbrief von 1939 an den Direktor des Missionshauses in Oberhunden seinen Eindruck von den polnischen Juden. In den Feldpostbriefen deutscher Soldaten spiegeln sich von Kriegsbeginn an alle Arten judenfeindlicher Stereotypen wider. Verblüffend deckungsgleich mit dem jeweiligen Stand nationalsozialistischer Judenpolitik reicht die Palette antijüdischer Aüßerungen vom Ruf nach der Vertreibung der Juden aus Europa („Mögen sie, nämlich die Juden, einen anderen Erdteil mit ihrem Besuch beehren“ — Gefreiter Alfred M., 1.8.1940), bis zur dezidierten Forderung nach der „Endlösung“ („Es gibt nur eines für das Judentum: Vernichtung“ — Feldwebel Eduard E., 18. 12. 1942). Dr. Walter Manoschek, Jg. 1957, ist Assistent am Institut für Staats- und Politikwissenschaft an der Universität Wien und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 194

Writing a summary for young readers…

For young readers

Book data: Open Library