Deutschland und der Nahe Osten
Seit mehr als 100 Jahren ist der Nahostkonflikt der Dauerkonflikt, der Nahe Osten die Krisenregion schlechthin. Und Deutschland - fast immer - mittendrin. Es begann mit der Orientreise von Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1898. Im Ersten Weltkrieg spielte Deutschland im Bündnis mit dem Osmanischen Reich eine entscheidende Rolle im Nahen Osten. Die Briten waren die Sieger und sicherten den Zionisten ihre Unterstützung bei der Errichtung einer "nationalen Heimstätte" in Palästina zu. Damit und mit den willkürlichen Grenzziehungen nach dem Krieg legten sie gleichzeitig den Grundstein für die Konflikte der nächsten Jahrzehnte im Nahen Osten. Deutschland spielte dort in den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg keine grosse Rolle. Das änderte sich mit der Machtübernahme Hitlers, den die Araber - allen voran der Grossmufti von Jerusalem - bewunderten. Im Zweiten Weltkrieg rückte der Nahe Osten dann wieder ins Blickfeld deutscher Aussenpolitik. Es ging u. a. um den Irak und um den Grossmufti - und wieder ohne Erfolg. Deutsche Nahostpolitik, die den Namen verdient, gibt es erst wieder seit Gründung der Bundesrepublik. Bei allen Aktivitäten wird dabei immer wieder die historische Verantwortung
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