Jan Hus (um 1372-1415)
Vor gut 600 Jahren wurde der aus dem südböhmischen Husinetz stammende Prager Magister Johannes (Jan) Hus (1372-1415) auf dem Konstanzer Konzil vor allem wegen seiner Lehre von der Kirche als hartnäckiger Ketzer zum Tod verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auf der Grundlage der autochthonen böhmischen religiösen Bewegungen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, des an der Prager Universität unter den Magistern der böhmischen Universität vorherrschenden Augustinismus und des unter ihnen wachsenden, von ihm durchaus modifizierten Wyclifimus entwickelte Hus als Prediger an der Bethlehempkapelle und Universitätslehrer das ihm eigene, pastoral geprägte Kirchenverständnis. Die Heilige Schrift (die Lex Dei) und die Suche nach der Wahrheit bildeten die Richtschnur seines Lebens; sie bestimmten seine Entscheidungen in den Konflikten mit dem Prager Erzbischof, dem böhmischen König, dem Papst und dem Konzil. Das Bestehen auf Belehrung durch die Schrift und die Sorge um seine breite Anhänger feierten ihn nach seinem Tod als Märtyrer und Heiligen. In jüngerer Zeit galt Hus von Seiten katholischer Theologen als Bahnbrecher des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der Besuch von Papst J
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