Der Schatz von Münster
by Udo Grote, Gerd Althoff, Domkammer der Kathedralkirche Sankt Paulus in Münster
Mit ihren herausragenden Schätzen der kostbaren Goldschmiede- und Textilkunst ist der Domschatz in Münster einer der bedeutendsten in Europa. Wie eine goldene Schauwand präsentierte der Hochaltar des Domes die wertvollsten Skulpturen und Reliquiare, die noch heute den Betrachter in Staunen versetzen. Über fast 1000 Jahre spannt sich der Bogen der Kostbarkeiten bis ins 20. Jahrhundert. Schwerpunkt jedoch ist der Reliquienschatz des Mittelalters, dessen Skulpturen und Gefäße auf der ganzen Welt nicht ein zweites Mal zu finden sind. Besonders kostbare Ausstellungsstücke sind die 'redenden' Reliquiare, die ausdrücken, was in ihnen ist, darunter das Pauluskopfreliquiar von 1040 mit Teilen des Schädels des Apostels Paulus, das früheste ganz in Gold ausgeführte Kopfreliquiar des gesamten Abendlandes. Mit Edelsteinen und Perlen reich verziert ist eines der frühesten Altarkreuze Europas aus der Zeit um 1090, auf dessen Rückseite sich der Mond mit einem Tuch trauernd über den Tod Christi die Augen reibt. Das um 1380 geschaffene Weibermachtreliquiar aus Elfenbein zeigt die Tugenden und Laster der Menschen, darunter Phyllis, die den alten Philosophen Aristoteles, den Lehrer des jungen Alexande
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