Der Kuppelbau von Centcelles
by Achim Arbeiter, Dieter Korol, Goethe-Institut Madrid
Seit den späten 1950er Jahren befasste sich das DAI Madrid mit der bei Tarragona gelegenen spätantiken Villa von Centcelles und ihrem Kuppelmosaik, dem ältesten uns heute zu Gebote stehenden Werk seiner Art mit christlichem Bildgut (4. Jh.). Geleitet wurden die Arbeiten von H. Schlunk, maßgeblich beteiligt waren Th. Hauschild (Grabungen, Baugeschichte) und E. Hawkins (Konsolidierung der schwer geschädigten Mosaiken). Wichtige Ergebnisse waren die denkmalgerechte Präsentation des Bildschmucks sowie eine erste große Veröffentlichung aus dem Jahr 1988. Ein 2006 von Münster und Göttingen aus initiiertes Projekt hat sich erneut dem ganzen Villenkomplex gewidmet, aber naturgemäß den Dekor des großen Kuppelsaals wieder in den Mittelpunkt gestellt: Über den Wänden mit ihren Malereiresten bietet das Mosaik der über 10 m durchmessenden Hemisphäre in konzentrischen Ringen einen Jagdfries, einen Zyklus christlicher Bilder, eine wechselnde Folge von Jahreszeiten und prächtigen "Kathedra-Szenen" sowie im goldenen "Himmelsmedaillon" die Reste einer Figurengruppierung. Hinsichtlich der Gesamtdeutung haben bisher in der Forschung vor allem drei Lesarten miteinander konkurriert: eine kaiserliche, ei
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